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Die Gründung einer Gesellschaft in Hongkong ist ein Verwaltungsvorgang von wenigen Tagen. Die Eröffnung ihres Bankkontos ist es nicht. Seit Mitte der 2010er Jahre haben die Banken ihre Standards zur Bekämpfung der Geldwäsche deutlich angehoben; entscheidend ist heute nicht die Höhe des Stammkapitals, sondern wie nachvollziehbar und belegbar das Geschäftsmodell ist. Unternehmen, die ihre Unterlagen sauber aufbereiten, sind binnen weniger Wochen zahlungsfähig – unvorbereitete Anträge werden in der Regel abgelehnt.
Nachfolgend geht es darum, bei welcher Art von Institut ein Konto sinnvoll ist, welche Unterlagen verlangt werden, wie das Verfahren Schritt für Schritt abläuft, was es kostet, ob eine Eröffnung aus der Ferne möglich ist, warum Anträge scheitern und welche Steuer- und Meldepflichten mit der Kontoeröffnung beginnen. Alle Zahlenangaben wurden anhand von HKMA, Inland Revenue Department und den veröffentlichten Bedingungen der Institute geprüft.
Für einen Firmenkontoantrag muss die Gesellschaft beim Companies Registry eingetragen sein und über ein vom Inland Revenue Department ausgestelltes Business Registration Certificate verfügen. Ein in Hongkong ansässiger Company Secretary und eine eingetragene Geschäftsadresse sind zwingend. Mit der Eintragung entsteht zugleich die Pflicht, ein Significant Controllers Register zu führen; die Banken verlangen dieses Register als Teil der Antragsunterlagen.
Am genauesten prüfen Banken, in welcher Beziehung das Unternehmen zur Hongkonger Wirtschaft steht. Ein lokaler Kunden- oder Lieferantenvertrag, ein Büromietvertrag, Personal vor Ort oder ein konkreter Plan für den asiatischen Markt belegen diesen Bezug. Strukturen, die nichts davon vorweisen können, werden von der Compliance abgelehnt, selbst wenn alle formalen Anforderungen erfüllt sind.
Jedes Institut, das in Hongkong Einlagen entgegennimmt, wird von der HKMA zugelassen und nach Höhe und Laufzeit der zulässigen Einlagen einer von drei Stufen zugeordnet. Für ein Firmenkonto ist nur die erste Stufe – die lizenzierten Banken – relevant: Banken mit beschränkter Lizenz nehmen Einlagen ab 500.000 HKD entgegen, Einlagengesellschaften ab 100.000 HKD mit einer Mindestlaufzeit von drei Monaten.
HSBC, Bank of China (Hong Kong), Hang Seng, Standard Chartered, Bank of East Asia und Citibank gehören zu dieser Gruppe. Wer Kreditlinien, Akkreditive, Handelsfinanzierung oder ein förmliches Bankreferenzschreiben benötigt, hat keine realistische Alternative. Dafür dauert die Sorgfaltsprüfung länger und die meisten Häuser erwarten einen Filialbesuch.
ZA Bank, Mox und WeLab besitzen HKMA-Lizenzen; ihre Einlagen fallen damit unter das Deposit Protection Scheme. Der Antrag läuft online und die Freigabe erfolgt deutlich schneller als bei traditionellen Banken.
Airwallex und Statrys sind keine Banken. Sie bieten Mehrwährungskonten und Inkassostrukturen, stehen aber außerhalb der Einlagensicherung und stellen teilweise kein förmliches Bankreferenzschreiben aus.
| Institutstyp | Ferneröffnung | Bearbeitungsdauer | Einlagensicherung | Bankreferenzschreiben | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| Traditionelle Bank | Eingeschränkt | Mehrere Wochen | Ja (800.000 HKD) | Wird ausgestellt | Unternehmen mit Kredit- und Handelsfinanzierungsbedarf |
| Digitalbank | Ja | 1 Werktag bis wenige Tage | Ja (800.000 HKD) | Meist ausgestellt | Start-ups und KMU |
| Fintech-Zahlungsdienstleister | Ja | Wenige Tage | Nein | Meist nicht ausgestellt | E-Commerce, SaaS, Freiberufler |
Der Vergleich einzelner Institute, ihre Gebührenordnungen und die Frage, welche Bank zu welchem Geschäftsmodell passt, sind ein eigenes Thema; zur Eingrenzung der Auswahl siehe die besten Banken in Hongkong. Ab hier geht es darum, wie die Antragsunterlagen nach der Institutswahl vorbereitet werden.
Das Dossier besteht aus drei Teilen. Fehlende oder in sich widersprüchliche Unterlagen sind die häufigste Ursache für Verzögerungen.
Certificate of Incorporation, Business Registration Certificate, Gesellschaftssatzung, Gesellschafter-, Geschäftsführer- und Sekretärsregister, das Significant Controllers Register sowie ein Gesellschafterbeschluss zur Kontoeröffnung. Außerhalb Hongkongs ausgestellte Unterlagen sind überwiegend als beglaubigte Kopien (certified true copies) einzureichen.
Reisepässe, höchstens drei Monate alte Adressnachweise und ein kurzer beruflicher Werdegang für alle Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigten. Enthält die Beteiligungskette juristische Personen, sind dieselben Unterlagen für jede Ebene bis zur natürlichen Person vorzulegen. Treuhandkonstruktionen, die den wirtschaftlich Berechtigten zu verschleiern scheinen, führen am schnellsten zur Ablehnung.
Tätigkeitsbeschreibung, Zielmärkte, wichtigste Kunden- und Lieferantenlisten, Muster unterzeichneter Verträge oder Rechnungen, erwartetes monatliches Transaktionsvolumen und Nachweise zur Mittelherkunft. Die Compliance prüft die Übereinstimmung zwischen dem angegebenen Volumen und den vorgelegten Belegen.
| Unterlage | Betrifft | Besondere Anforderung |
|---|---|---|
| Certificate of Incorporation | Gesellschaft | Beglaubigte Kopie |
| Business Registration Certificate | Gesellschaft | Muss gültig sein |
| Gesellschaftssatzung | Gesellschaft | Aktuelle Fassung |
| Gesellschafter-, Geschäftsführer- und Sekretärsregister | Gesellschaft | Deckungsgleich mit dem Companies Registry |
| Significant Controllers Register | Gesellschaft | Am eingetragenen Sitz einsehbar |
| Gesellschafterbeschluss | Gesellschaft | Muss Konto und Zeichnungsberechtigte benennen |
| Reisepass | Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigte | Beglaubigte Kopie |
| Adressnachweis | Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigte | Nicht älter als 3 Monate |
| Geschäftsplan und Vertragsmuster | Gesellschaft | Stimmig zum angegebenen Volumen |
| Nachweise zur Mittelherkunft | Gesellschaft / Gesellschafter | Kontoauszüge, Verträge oder Jahresabschlüsse |
Das Verfahren umfasst sechs Stufen. Die Qualität der Vorbereitung bestimmt unmittelbar, wie lange die Stufen vier und fünf dauern.
| 1 | Auswahl und Vorprüfung – Zwei bis drei Kandidaten nach Transaktionsprofil und Reisemöglichkeit festlegen und eine erste Einschätzung einholen. |
| 2 | Unterlagen vorbereiten und beglaubigen – Registerunterlagen und Ausweisdokumente zusammenstellen, Kopien beglaubigen lassen. |
| 3 | Antrag und Gespräch – Online-Antrag oder Filialtermin; digitale Institute führen ein Videogespräch. |
| 4 | Sorgfaltsprüfung – Die Compliance stellt Rückfragen zu Mittelherkunft, Beteiligungskette und Hongkong-Bezug. |
| 5 | Freigabe und Ersteinzahlung – Die Kontonummer wird vergeben und eine etwaige Mindesteinlage eingezahlt. |
| 6 | Aktivierung – Online-Banking, Karten und Zahlungsvollmachten werden eingerichtet, das Konto geht in Betrieb. |
Die Kosten bestehen nie aus einer einzigen Position. Ein Anbieter mit niedriger Eröffnungsgebühr kann über ein Jahr teurer sein, sobald Devisenmarge und Überweisungsgebühren auf reale Volumina angewendet werden.
| Position | Traditionelle Bank | Digitalbank / Fintech |
|---|---|---|
| Kontoeröffnungsgebühr | HSBC weist 1.300 HKD online und 1.600 HKD über andere Kanäle aus | 0 HKD bei Online-Antrag |
| Service- / Kontoführungsgebühr | Monatlich; Befreiung ab bestimmtem Guthaben möglich | Jährlich im Voraus (ZA Bank weist 1.500 HKD aus) |
| Mindestguthaben | Produktabhängig, teils erheblich | In der Regel keines |
| Bearbeitungsdauer | Mehrere Wochen; bei komplexen Strukturen länger | ZA Bank nennt bis zu einem Werktag |
| Filialbesuch | Meist erforderlich | Nicht erforderlich (Video-KYC) |
| Weitere Kosten | SWIFT-Gebühren, Devisenmarge, Beglaubigungskosten | Devisenmarge, Karten- und Inkassogebühren |
Die übrigen Gründungspositionen behandelt der Beitrag Firmengründung Hongkong Kosten.
Digitalbanken und Fintech-Anbieter wickeln das Onboarding vollständig online per Video-KYC ab. Die meisten traditionellen Banken erwarten weiterhin, dass ein Zeichnungsberechtigter persönlich in einer Hongkonger Filiale erscheint; einzelne Häuser bieten eine Identitätsprüfung in Korrespondenzfilialen ausgewählter Länder an. Ist keine Reise nach Hongkong geplant, spart die Vorauswahl nach diesem Kriterium mehrere Wochen.
Die meisten Ablehnungen lassen sich acht Ursachen zuordnen:
Ein erneuter Antrag bei derselben Bank führt kurzfristig selten zum Erfolg – der frühere Antrag bleibt aktenkundig. Sinnvoll ist es, den Ablehnungsgrund zu verstehen, die Nachweislücke zu schließen und ein Institut mit anderer Risikobereitschaft anzusprechen. Parallele Anträge von Beginn an verringern dieses Risiko erheblich.
Nach Einreichung der Unterlagen folgt das Gespräch. Traditionelle Banken führen es in der Filiale, Digitalbanken per Video, und Ihr Gegenüber ist kein Kundenberater, sondern ein Mitarbeiter der Compliance-Abteilung. Es dauert meist 20 bis 45 Minuten. Geprüft wird, ob die in den Unterlagen dargestellte Geschichte auch mündlich dieselbe bleibt.
Die Fragen bewegen sich auf drei Achsen: Was macht das Unternehmen, woher kommt das Geld, wohin geht es. In der Praxis kommen diese am häufigsten vor:
Antworten wie "ungefähr", "vermutlich" oder "steht noch nicht fest" kommen bei keiner dieser Fragen gut an. Der Compliance-Mitarbeiter gleicht jede genannte Zahl mit den Verträgen und Rechnungen in der Akte ab. Wer 200.000 USD Monatsvolumen angibt und einen einzigen Vertrag über 15.000 USD vorlegt, scheitert an dieser Stelle. Umgekehrt gilt ebenso: eine realistische Zahl, gestützt durch einen beidseitig unterzeichneten Vertrag, überzeugt weit mehr als eine ehrgeizige Prognose.
Ein weiterer Punkt: frühere Anträge sollten nicht verschwiegen werden. Banken tauschen diese Information untereinander nicht aus, doch nach einer Ablehnungshistorie wird in der Regel gefragt — und eine später auftauchende Ablehnung wirft einen Schatten auf die gesamte Akte. Offen genannt und begründet, stellt sie für die meisten Banken kein Hindernis dar.
Hongkong besteuert ausschließlich in Hongkong erzielte Gewinne. Kapitalgesellschaften zahlen 8,25 % auf die ersten 2.000.000 HKD steuerpflichtigen Gewinns und 16,5 % auf den darüber liegenden Teil. Lässt sich belegen, dass die Gewinne außerhalb Hongkongs entstanden sind, kann ein Offshore-Antrag gestellt werden – automatisch gewährt wird er jedoch nie, und die Steuerverwaltung verlangt konkrete Nachweise.
Wo Verträge verhandelt und unterzeichnet wurden, wo Aufträge freigegeben wurden, wo Gespräche mit Lieferanten und Kunden stattfanden, wohin die Ware versandt wurde und wo die Entscheidungen tatsächlich getroffen wurden. Schriftverkehr, Reiseunterlagen, Vertragsausfertigungen und Protokolle stützen die Position. Damit die Buchführung dieser Prüfung standhält, muss sie gemeinsam mit Buchhaltung und Steuerberatung in Hongkong geplant werden.
Ein abgelehnter Antrag verursacht mehr als eine Steuerdifferenz: rückwirkende Festsetzung, Zinsen und Sanktionsrisiken kommen hinzu, und die Unstimmigkeit kann auch in den Unterlagen der Bank auffallen. Einzelheiten zu Sätzen und Befreiungen enthält der Beitrag Steuern in Hongkong.
Mit der Kontoeröffnung beginnen drei Pflichten. Die erste ist die jährliche Gewinnsteuererklärung samt geprüftem Jahresabschluss. Die zweite betrifft Mitglieder multinationaler Gruppen: das Regime der Steuerbefreiung für ausländische Einkünfte (FSIE). Zinsen, Dividenden, Erträge aus geistigem Eigentum und Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen fallen seit dem 1. Januar 2023 darunter, sämtliche Gewinne aus Vermögensveräußerungen seit dem 1. Januar 2024. Für die Befreiung ist eine der drei Voraussetzungen zu erfüllen: Substanzerfordernis (ausreichend Personal und Räumlichkeiten in Hongkong), Beteiligungserfordernis (mindestens 5 % über 12 Monate, im Ausland mit mindestens 15 % vergleichbar besteuert) oder Nexus-Erfordernis bei Erträgen aus geistigem Eigentum.
Die dritte ist der automatische Informationsaustausch. Hongkong hat den AEOI mit dem Gesetz von 2016 eingeführt und die ersten Übermittlungen Ende 2018 abgeschlossen; seit Januar 2020 liegt die Zahl der meldepflichtigen Jurisdiktionen bei 126. Die Bank holt bei der Eröffnung eine Selbstauskunft zur Steueransässigkeit ein und meldet meldepflichtige Konten jährlich.
Mit der Eröffnung ist das Verfahren nicht abgeschlossen. Banken aktualisieren Kundendaten regelmäßig und fordern bei veränderten Transaktionsmustern zusätzliche Nachweise an. Länger ungenutzte Konten können geschlossen werden, und Aktivitäten, die vom angegebenen Geschäftsmodell abweichen, lösen Prüfungen aus.
Ein häufiger Fehler besteht darin, zuerst zu gründen und erst danach eine Bank zu suchen. Die Erwartungen der Banken beeinflussen bereits Entscheidungen bei der Gründung: wie einfach die Beteiligungsstruktur ist, wie die Tätigkeit beschrieben wird, ob Büro und Personal vorhanden sind, sogar der Firmenname. Begriffe wie "Holding", "Capital" oder "Investment" im Namen können bei Gesellschaften ohne Finanzdienstleistungslizenz zusätzliche Rückfragen auslösen.
Der zweite Vorteil ist Zeit. Wer die Unterlagen aufbereitet, Vorgespräche mit den Kandidaten führt und Nachweise zur Mittelherkunft sammelt, während die Eintragung noch läuft, kann den Antrag unmittelbar nach Abschluss der Gründung einreichen. Das verkürzt den Gesamtzeitraum um Wochen. Unsere Leistungen zur Firmengründung in Hongkong sind auf diese Abfolge ausgelegt.
Auch nicht ansässige Privatpersonen können in Hongkong ein Konto eröffnen, die Prüfung verläuft jedoch anders. Bei Privatanträgen stehen Einkommensquelle, Aufenthaltsstatus und persönliche Bindungen zu Hongkong im Vordergrund; viele Banken verlangen ein Mindestguthaben und einen Filialbesuch, und die Privatkundenprodukte der Digitalbanken richten sich überwiegend an Inhaber eines Hongkonger Personalausweises.
Geschäftliche Aktivitäten über ein Privatkonto abzuwickeln, birgt ein eigenes Risiko: Erkennt die Bank gewerblichen Zahlungsverkehr auf einem Privatkonto, kann sie es einschränken oder schließen. Für unternehmerische Tätigkeit ist ein Firmenkonto erforderlich – sowohl aus Compliance-Gründen als auch für eine saubere Buchführung.
Zwei Unternehmen derselben Größe in derselben Branche können sehr unterschiedliche Ergebnisse erleben: das eine nutzt sein Konto nach zwei Wochen, das andere wird abgelehnt. Den Unterschied macht meist nicht das Geschäft, sondern der Aufbau der Antragsunterlagen. Die folgenden sieben Punkte fallen in der Compliance-Prüfung immer wieder ins Gewicht.
Über zwei Ebenen zum wirtschaftlich Berechtigten zu gelangen dauert Minuten; über fünf Ebenen in drei Jurisdiktionen Wochen. Wird die antragstellende Gesellschaft unmittelbar von natürlichen Personen gehalten, verkürzt das die Prüfung spürbar.
"Allgemeiner Handel und Beratung" sagt der Bank nichts und erzeugt automatisch Rückfragen. "Beschaffung von Textilzubehör aus der Türkei für den Großhandel in Südostasien" lässt sich prüfen und belegen.
Eine Absichtserklärung oder ein Angebotsentwurf gilt der Compliance nicht als Nachweis. Ein einziger von der Gegenseite unterzeichneter Vertrag wiegt schwerer als ein zehnseitiger Geschäftsplan.
Ein lokaler Kunde, Lieferant, eine Lagervereinbarung oder ein Büromietvertrag — je nachdem, was möglich ist. Company Secretary und eingetragene Adresse sind Pflicht und zählen daher nicht; gesucht wird eine geschäftliche Beziehung.
Sich auf eine Bank festzulegen bedeutet, bei einer Ablehnung von vorn zu beginnen. Ein gleichzeitiger Antrag bei einer traditionellen und einer Digitalbank verkürzt den Zeitraum und schafft eine Vergleichsgrundlage.
Die Tätigkeitsbeschreibung im Antragsformular, der Satz im Geschäftsplan, der Text auf Ihrer Website und Ihre Aussagen im Gespräch müssen übereinstimmen. Die Compliance legt alle vier nebeneinander; schon der kleinste Widerspruch löst eine weitere Fragerunde aus.
Namen mit "capital", "holding", "investment", "fund" oder "asset" erwecken den Eindruck regulierter Tätigkeit bei einer Gesellschaft ohne Finanzdienstleistungslizenz. Solche Namen passieren die Eintragung problemlos, führen auf Bankseite jedoch zu Erläuterungsbedarf.
| FIRMENDOSSIER | WIRTSCHAFTLICHE REALITÄT | HONGKONG-BEZUG |
| Liegen Registerunterlagen, Satzung, Gesellschafter- und Geschäftsführerregister, das Significant Controllers Register und der Gesellschafterbeschluss beglaubigt vor? | Ist die Tätigkeit klar definiert? Passen Verträge, Rechnungen und Kundenlisten zu den angegebenen Volumina? | Lässt sich ein lokaler Kunde, Lieferant, ein Büro oder ein regionaler Geschäftsplan benennen? |
Für die passende Struktur und die Vorbereitung der Antragsunterlagen nehmen Sie Kontakt zu unserem Fachteam auf.
Kontaktieren Sie unser Expertenteam für eine individuelle Vorabeinschätzung zu Ablauf, Kosten und erforderlichen Unterlagen. Füllen Sie das Formular aus und wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.
Digitalbanken sind am schnellsten: ZA Bank gibt an, ein Firmenkonto in bis zu einem Werktag eröffnen zu können. Bei traditionellen Banken dauert die Prüfung in der Regel mehrere Wochen, bei mehrstufigen oder länderübergreifenden Beteiligungsstrukturen auch länger.
Certificate of Incorporation, Business Registration Certificate, Gesellschaftssatzung, Gesellschafter- und Geschäftsführerregister, das Significant Controllers Register, ein Gesellschafterbeschluss, Reisepässe und höchstens drei Monate alte Adressnachweise aller Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigten, ein Geschäftsplan sowie Nachweise zur Mittelherkunft.
Ja. Ausländisch gehaltene Gesellschaften können ein Konto eröffnen; Mittelherkunft und der geschäftliche Bezug zu Hongkong werden jedoch genauer geprüft. Ein lokaler Kunden- oder Lieferantenvertrag, ein Büromietvertrag oder ein regionaler Geschäftsplan verbessern das Ergebnis deutlich.
Digitalbanken und Fintech-Anbieter wickeln das Onboarding vollständig online per Video-KYC ab. Die meisten traditionellen Banken erwarten dagegen, dass ein Zeichnungsberechtigter persönlich in einer Hongkonger Filiale erscheint; einzelne Häuser bieten eine Prüfung in Korrespondenzfilialen im Ausland an.
HSBC weist eine Eröffnungsgebühr von 1.300 HKD für Online-Anträge und 1.600 HKD über andere Kanäle aus. ZA Bank erhebt online keine Eröffnungsgebühr, zieht aber eine Servicegebühr für zwölf Monate in Höhe von 1.500 HKD im Voraus ein. Kontoführungsgebühren, Mindestguthaben und SWIFT-Kosten sind gesondert zu prüfen.
Häufigste Gründe sind ein fehlender nachweisbarer Bezug zu Hongkong, eine unklare Beschreibung der Tätigkeit, eine intransparente Kette wirtschaftlich Berechtigter, eine nicht belegbare Mittelherkunft sowie angegebene Volumina, die nicht zu den vorgelegten Verträgen passen.
Im zweistufigen System zahlen Kapitalgesellschaften 8,25 % auf die ersten 2.000.000 HKD steuerpflichtigen Gewinns und 16,5 % auf den darüber liegenden Teil. Für Personenunternehmen gelten bei gleicher Schwelle 7,5 % und 15 %.
Ja. Hongkong hat den automatischen Informationsaustausch mit dem Gesetz von 2016 eingeführt; seit Januar 2020 liegt die Zahl der meldepflichtigen Jurisdiktionen bei 126. Die Bank holt bei der Eröffnung eine Selbstauskunft zur Steueransässigkeit ein und meldet meldepflichtige Konten jährlich.
Ja. Die Staatsangehörigkeit allein ist kein Hindernis, sofern das Land keinen Sanktionen unterliegt. Banken prüfen nicht den Pass, sondern ob die Tätigkeit des Unternehmens nachvollziehbar und die Mittelherkunft belegt ist. Zu beachten ist, dass das Konto die Meldepflichten im Heimatland nicht aufhebt: Hongkong wendet den automatischen Informationsaustausch seit 2018 an, und unbeschränkt Steuerpflichtige müssen ihr Welteinkommen dort erklären, wo sie ansässig sind.
Nein. Für einen Firmenkontoantrag muss die Gesellschaft beim Companies Registry eingetragen sein und über das Business Registration Certificate verfügen; beide Dokumente verlangt die Bank bereits im ersten Schritt. Die Vorbereitung kann dennoch parallel laufen: Vorgespräche mit infrage kommenden Instituten, das Zusammenstellen der Unterlagenliste und das Sammeln der Nachweise zur Mittelherkunft lassen sich während der Eintragung erledigen.
Unternehmen mit vielen kleinen Zahlungseingängen in mehreren Währungen fahren mit Fintech-Zahlungsdienstleistern und Digitalbanken meist praktischer — Mehrwährungskonten, Payment-Gateway-Anbindung und niedrige Transaktionskosten sprechen dafür. Wird eine Kreditlinie, ein Akkreditiv oder ein offizielles Bankreferenzschreiben benötigt, ist zusätzlich ein Konto bei einer lizenzierten Bank erforderlich. Üblich ist, den Zahlungseingang über einen Fintech-Anbieter abzuwickeln und ein Zweitkonto bei einer lizenzierten Bank zu führen.
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