Kosten der Firmengründung in Dubai Mainland 2026: Posten für Posten

Lizenz, Ejari, Visa und Behördengebühren einer Dubai-Mainland-Gesellschaft 2026, mit drei durchgerechneten Budgetszenarien und Checkliste.
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Kurze Antwort: Die Gründung einer LLC in Dubai Mainland erfordert im Jahr 2026 ein Startbudget von etwa 20.000 – 50.000 AED. Der genaue Betrag hängt von der Lizenzart, der Anzahl der Visa, der Bürogröße und dem gewählten Beratungsumfang ab. Für die jährliche Verlängerung sollten Sie 12.000 bis 25.000 AED einplanen.

Kostentabelle Dubai Mainland (2026)

KostenpositionGeschätzter Betrag (AED)Häufigkeit
Erstgenehmigung und Handelsnamenreservierung2.000 – 3.500Einmalig
Handelslizenz8.000 – 15.000Jährlich
Büromiete / Ejari (kleine Einheit)8.000 – 20.000Jährlich
Investorenvisum + Emirates ID + Gesundheitstest4.000 – 7.000Alle 2 Jahre
Behördengebühren und Notar1.500 – 3.000Einmalig
Beratung und PRO-Services3.000 – 8.000Einmalig

Diese Bandbreiten sind Planungswerte, keine Angebote. Behördengebühren werden regelmäßig angepasst und jeder Aktivitätscode bringt eigene Genehmigungen mit sich. Prüfen Sie den aktuellen Gebührenkatalog daher immer beim Department of Economy and Tourism.

Was eine Mainland-Lizenz tatsächlich ermöglicht

Eine Dubai-Mainland-Gesellschaft wird vom Department of Economy and Tourism (DET, früher DED) lizenziert und darf ohne lokalen Distributor in den gesamten Vereinigten Arabischen Emiraten tätig werden. Genau dafür akzeptieren viele Gründer die höheren Einstiegskosten: Sie können VAE-Kunden direkt fakturieren, an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen und Filialen in anderen Emiraten eröffnen. Seit den Reformen ab 2021 ist für die große Mehrheit der Handels- und Dienstleistungscodes hundertprozentiges Auslandseigentum möglich; die alte Regel „Mainland bedeutet zwingend einen emiratischen Partner“ gilt für die meisten Geschäftsmodelle nicht mehr.

Dass die Angebote so weit auseinanderliegen, hat einen einfachen Grund: Die Lizenzgebühr macht nur rund ein Drittel des realen Budgets aus. Büromiete, Visa-Anzahl, Zahl der Aktivitätscodes und der Servicelevel bestimmen den Rest. Zwei Unternehmen derselben Branche können allein wegen der Bürolösung 15.000 AED pro Jahr auseinanderliegen.

Schritt für Schritt: wohin das Geld fließt

1. Aktivitätscode und Handelsname

Am Anfang steht die Zuordnung Ihres Geschäftsmodells zu einem DET-Aktivitätscode. Es gibt über tausend davon, und die Wahl entscheidet über Lizenzkategorie und zusätzliche Genehmigungen. Ein falscher Code bedeutet später eine kostenpflichtige Lizenzänderung. Die Systematik erklären wir ausführlich in unserem Leitfaden zu DED-Lizenzarten und Aktivitätscodes. Erstgenehmigung und Namensreservierung kosten einmalig etwa 2.000 bis 3.500 AED.

2. Büroadresse und Ejari-Vertrag

Ohne registrierte Adresse wird keine Mainland-Lizenz ausgestellt. Die günstigste konforme Lösung ist ein Shared-Desk-Vertrag, der im Ejari-System registriert wird. Ein eigenständiges Büro treibt das Budget deutlich nach oben, und bei der Ejari-Registrierung fällt zusätzlich eine kommunale Gebühr auf die Miete an. Da die Visa-Quote an die Bürofläche gekoppelt ist, entscheidet die Bürowahl zugleich über die Obergrenze Ihrer Personalplanung.

3. Gesellschaftsvertrag und Lizenzausstellung

Nach Erstgenehmigung und Mietnachweis wird der Gesellschaftsvertrag (MOA) notariell beurkundet und die Handelslizenz ausgestellt. Notar- und Übersetzungskosten steigen mit der Zahl der Gesellschafter. Für diese Phase sind 1.500 bis 3.000 AED realistisch.

4. Registrierungen nach der Lizenz

Mit der Lizenz ist es nicht getan: Körperschaftsteuerregistrierung, gegebenenfalls Mehrwertsteuerregistrierung, Establishment Card und Arbeitsakte folgen. Einzeln wirken diese Posten klein, zusammen ergeben sie mehrere tausend Dirham, die in vielen Kostenübersichten fehlen.

Wie die Lizenzart die Kosten verändert

Handelslizenz

Handel, Import und Export fallen hierunter. Eine General-Trading-Lizenz, die viele Warengruppen unter einem Code erlaubt, ist spürbar teurer als eine eng gefasste Handelslizenz. Lagerhaltung oder ein Zollcode verursachen weitere Positionen.

Dienstleistungslizenz

Beratung, Softwareentwicklung, Design, Schulung und Buchhaltung laufen über eine professionelle Lizenz. Sie ist in der Regel die günstigste Variante; eine Ein-Personen-Beratung bewegt sich am unteren Ende der Spanne.

Industrielizenz

Produktion, Montage und Verpackung erfordern Genehmigungen von Kommune, Zivilschutz und Umweltbehörde. Zeitrahmen und Kosten liegen deutlich über den anderen Kategorien, und Lager- oder Fabrikmiete verschiebt das Budget in eine ganz andere Größenordnung.

Visa-Quote, Personal und Folgekosten

Die Visa-Quote im Mainland ist an die Bürofläche gekoppelt; als Faustregel gilt ein Visum je neun Quadratmeter, die endgültige Zuteilung liegt jedoch bei den Behörden. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Investoren- und Mitarbeitervisum: Mitarbeitervisa bringen Arbeitsvertrag, Registrierung im Wage Protection System und eine Pflichtkrankenversicherung mit sich.

Die Gesamtkosten eines Visums setzen sich aus Einreiseerlaubnis, Statuswechsel, Gesundheitstest, Emirates ID und Versicherung zusammen. Für 2026 sind 4.000 bis 7.000 AED pro Person eine realistische Planungsgröße; die meisten Visa werden alle zwei Jahre verlängert. Wer Familienangehörige sponsern möchte, muss zusätzlich Mindestgehalt und Mietvertragsanforderungen berücksichtigen. Den Ablauf beschreiben wir im Leitfaden zum Mainland-Aufenthaltsvisum.

Laufende Kosten nach der Gründung

Bankkonto

Die Kontoeröffnung ist meist kostenlos, die Mindesteinlage nicht. Wer den Schwellenwert unterschreitet, zahlt eine monatliche Gebühr. Lokale Banken setzen die Grenze häufig zwischen 25.000 und 100.000 AED an, digitale Anbieter deutlich niedriger. Die Kontoeröffnung ist oft der langwierigste Schritt des Projekts – kalkulieren Sie vier bis acht Wochen ab Lizenzdatum.

Buchhaltung, Prüfung und Aufbewahrung

VAE-Gesellschaften müssen ordnungsgemäße Bücher führen und Unterlagen mindestens sieben Jahre aufbewahren. Für ein kleines Unternehmen lassen sich 4.000 bis 12.000 AED jährlich für ausgelagerte Buchhaltung ansetzen. Bestimmte Schwellenwerte und Strukturen lösen zusätzlich eine Prüfungspflicht aus.

Körperschaftsteuer und Mehrwertsteuer

Die VAE-Körperschaftsteuer gilt nach dem Bundesdekret-Gesetz Nr. 47 von 2022 für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juni 2023 beginnen. Steuerpflichtiges Einkommen bis 375.000 AED wird mit 0 % besteuert, der übersteigende Teil mit 9 %. Für Steuerpflichtige mit einem Umsatz von höchstens 3.000.000 AED steht in den durch Ministerialentscheidung festgelegten Zeiträumen eine Kleinunternehmerentlastung (Small Business Relief) zur Verfügung. Die Mehrwertsteuer beträgt 5 %; die Registrierung ist ab 375.000 AED steuerpflichtiger Umsätze verpflichtend und ab 187.500 AED freiwillig möglich. Prüfen Sie Sätze und Schwellen stets bei der Federal Tax Authority und lesen Sie ergänzend unseren Beitrag zu Steuersätzen und Steuersystem in Dubai.

Mainland oder Freizone: die Zahlen ehrlich lesen

Freizonenpakete wirken im ersten Jahr günstiger, weil Lizenz, Flexi-Desk und ein Visum in einem Preis gebündelt sind. Der Haken zeigt sich, sobald eine Freizonengesellschaft direkt in den VAE-Markt verkaufen will und einen Distributor oder eine Mainland-Niederlassung braucht. Mainland startet teurer, skaliert aber berechenbarer. Den direkten Vergleich finden Sie in unserer Gegenüberstellung von Mainland und Freizone.

Drei realistische Budgetszenarien

Szenario A: Einzelberatung

Dienstleistungslizenz, Shared Desk und ein Investorenvisum: 22.000 bis 30.000 AED im ersten Jahr, zur Verlängerung etwa 13.000 bis 18.000 AED, da die einmaligen Gebühren entfallen.

Szenario B: Handelsunternehmen mit drei Personen

Handelslizenz, kleines Büro und drei Visa führen im ersten Jahr zu 40.000 bis 55.000 AED. Visa und Miete machen davon mehr als die Hälfte aus.

Szenario C: Einzelhandel oder Lager

Ladenfläche, Zivilschutzgenehmigung und größere Quadratmeterzahl können das erste Jahr über 70.000 AED treiben. Klären Sie vor Vertragsunterzeichnung, ob Ihr Aktivitätscode an dieser Adresse genehmigungsfähig ist.

Wie lange dauert die Gründung?

Bei vollständigen Unterlagen dauert die Erstgenehmigung ein bis drei Werktage, die Lizenzausstellung weitere zwei bis fünf. Establishment Card und Visaverfahren nehmen zwei bis vier Wochen in Anspruch. Realistisch sind insgesamt drei bis sechs Wochen; die Kontoeröffnung liegt außerhalb dieses Zeitfensters und hängt von der Compliance-Prüfung der Bank ab.

Checkliste vor der Budgetfreigabe

Wer diese sechs Punkte vorab klärt, hält die Budgetabweichung im ersten Jahr meist unter 10 %. Für ein detailliertes Angebot auf Basis Ihres Geschäftsmodells wenden Sie sich an unser Team für die Firmengründung in Dubai.

Fünf teure Fehler, die wir immer wieder sehen

Erstens: Der Mietvertrag wird unterschrieben, bevor geklärt ist, ob der gewünschte Aktivitätscode an dieser Adresse überhaupt genehmigt wird. Für Einzelhandel, Gastronomie und Lagerlogistik gelten Zonierungsregeln, die sich nachträglich nicht verhandeln lassen; im schlimmsten Fall zahlen Sie ein Jahr Miete für eine Fläche, die Sie nicht nutzen dürfen.

Zweitens: Die Visa-Quote wird zu knapp kalkuliert. Wer im ersten Jahr zwei Mitarbeiter einstellen will, aber nur eine Fläche für ein Visum angemietet hat, muss mitten im Jahr umziehen und die Lizenz ändern. Beide Schritte kosten Geld und Zeit.

Drittens: Die Körperschaftsteuerregistrierung wird aufgeschoben. Die Registrierungspflicht besteht unabhängig davon, ob tatsächlich Steuer anfällt, und verspätete Registrierungen können mit Verwaltungsstrafen belegt werden. Setzen Sie sich die Frist unmittelbar nach Lizenzerhalt in den Kalender.

Viertens: Die Mindesteinlage der Bank wird im Budget vergessen. 50.000 AED, die dauerhaft auf dem Konto gebunden sind, sind zwar kein Aufwand, aber gebundene Liquidität – und genau daran scheitern viele Cashflow-Pläne im dritten Monat.

Fünftens: Es wird nur das erste Jahr gerechnet. Viele Anbieter arbeiten mit attraktiven Einstiegspaketen, deren Verlängerungspreis deutlich höher liegt. Lassen Sie sich den Verlängerungspreis für Jahr zwei und drei schriftlich geben, bevor Sie sich entscheiden.

Ein sauber aufgesetztes Budget berücksichtigt außerdem Wechselkursschwankungen zwischen Euro und Dirham. Da der Dirham fest an den US-Dollar gekoppelt ist, wirkt sich jede Bewegung des Euro-Dollar-Kurses unmittelbar auf Ihre Kosten in Euro aus. Wer größere Beträge überweist, sollte den Zeitpunkt bewusst wählen und nicht dem Zufall überlassen.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Mainland-Gesellschaft zu 100 % in ausländischem Eigentum möglich?

Ja, für die Mehrzahl der Handels- und Dienstleistungsaktivitäten. Eine begrenzte Liste strategischer Tätigkeiten verlangt weiterhin emiratische Beteiligung; entscheidend ist Ihr konkreter Aktivitätscode.

Brauche ich ein physisches Büro?

Ja. Eine registrierte Adresse mit Ejari-Vertrag ist Pflicht, für die meisten Dienstleistungstätigkeiten genügt jedoch ein Shared Desk in einem zugelassenen Business Center.

Ist Mainland jedes Jahr teurer als eine Freizone?

Im ersten Jahr in der Regel ja. Über drei Jahre betrachtet verringert sich der Abstand deutlich, insbesondere wenn Ihre Kunden in den VAE sitzen.

Wie viel Puffer sollte ich für versteckte Kosten einplanen?

Ein Aufschlag von 15 % auf das Angebotspaket ist eine sinnvolle Reserve für Übersetzungen, Zusatzgenehmigungen, Versicherungen und Mindesteinlagen.

Verfasst von Internationaler Finanz- und Unternehmensberater · ·

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